Hansi Riesch

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Name: Hans Riesch
Home: Bad Tölz
Favourite Arbor Snowboard(s) and why:
the Roundhouse, because a big boy needs a big toy...
Favourite Arbor Sk8board(s) and why:
the blunt, for the same reasons
Favourite Spots/Locations for snowboarding:
russia and my homespots in bavaria
Your focus concerning snowboarding:
freeriding
Highlights:
some travelling with the board to peru, russia, asia and northern europe
Further activities:
bike guide and owner of the travel agency straightline-sports.com
Optional:
contest results or anything else you want to disclose f.e. your own homepage, other sponsors.
thanx for the support to marmot outdoor equipment and deuter

www.straightline-sports.com

80° Nord - 40° Steil von Hansi Riesch

Irgendwann im Januar 2007 als in den Bayerischen Voralpen kaum etwas vom begehrten Weiß in den Bergen lag, beschlossen Berni Stoll und ich dorthin zu flüchten, wo es "sicher" Schnee gab. Nach kurzer Recherche fanden wir das Land unserer Träume- übersäht mit Bergen, Gletschern und Abfahrten bis ans Meer: SPITZBERGEN / SVALBARD. Danach hieß es mehr über die Bedingungen vor Ort in Punkto Wetter, Unterkunft, Anreise und die Schneeverhältnisse herauszufinden. Die Basis an Infrastruktur ist in Longyearbyen vorhanden, eine Landebahn, Lebensmittelgeschäfte, Pubs, einige Gästehäuser und für uns enorm wichtig, Skidoohändler. […] Was es heißt, in so einer Gegend den Schritt vom Pauschaltouristen zum Individualreisenden vorzunehmen zeigte sich schon in der Vorbereitung. Um die Siedlung zu verlassen sind einige Ausrüstungsgegenstände dringend vorgeschrieben. Dazu gehören ein Gewehr, Signalzaun und Notpeilsender. Sie sollen helfen, Unfälle mit Eisbären zu verhindern. Doch der Umgang damit ist uns alles andere als vertraut.

Nachdem die Vorbereitungen mehr oder weniger abgeschlossen waren ging es Mitte April auf die Insel und keiner wusste so richtig was einen erwartet, außer dass es kalt werden kann - sehr kalt. Die ersten Tage verbrachten wir noch in Longyearbyen um die obligatorische Registrierung vorzunehmen, die Sicherheitsausrüstung, die Schneemobile zu organisieren und nebenbei die Berge im direkten Umfeld des Ortes auszukundschaften. […] Nach fünf Tagen überkam uns so langsam der Lagerkoller- raus, wir müssen raus.

www.weiermann-foto.de

So packten wir unsere Sachen für die nächsten knapp zwei Wochen auf die Schlitten die wir an die Scooter anhängten. Zusammen mit gut den 200 Litern Benzin für einen Scooter, den Zelten, Snowboards und dem Essen war es ein stattlicher Batzen - zirka 350 Kilogramm pro Schlitten. So bepackt fuhren wir rund einhundertfünfzig Kilometer in Richtung Norden über zugefrorene Fjorde, gewaltige Gletscher und vorbei an endlosen Gebirgszügen wobei wir gehörig aufpassten wo wir hinbrausten da ein vollbepackter Scooter mit Anhänger recht schnell im Powder versenkt ist und eine Befreiungsaktion schon mal mehrere Stunden dauern kann. Schon nach wenigen Kilometern fühlten wir uns wie Amundson auf großer Mission da wir eine solche Weite und Unberührtheit der Landschaft bei uns noch nicht erlebt hatten.

In den folgenden Tagen errichteten wir unser kleines Camp auf einem Felssporn am Fuße des Urmstomfjellet der über zwei mächtigen Gletschern stand und von dort aus unternahmen wir Ausflüge zu den umliegenden Spots wobei wir die Scooter als logistische Hilfsmittel benutzten. […] Nach drei Tagen hielt uns ein kräftiges Tief mit viel Wind und einigem Schnee für einen Tag in den Zelten, den wir uns jedoch mit schlafen, lesen und kochen vertrieben. Nach dieser kleinen Zwangspause trieb uns der frischgefallene Powder schnell wieder in die Snowboardboots und in den nächsten zwei Tagen bekamen wir weitere interessante Abfahrten in den Kasten. Mit der Zeit stellte sich unser Lebensrhythmus auch etwas um, nach dem Motto spät ins Bett und spät wieder Raus gingen wir selten vor drei Uhr am Morgen ins Bett und standen kaum vor zehn Uhr auf, denn dann hatte die Sonne unsere Zelte zumindest etwas aufgewärmt und das Aufstehen gestaltete sich um einiges erträglicher. In einigen Nächten sank die Temperatur doch bis auf fast minus 25 Grad. Noch einmal verschoben wir unser Camp ins hintere Adventdalen. Die etwas windgeschütztere Lage der Berge dort bescherte uns am Tellbreen noch die besten Powderturns des Trips. Leider war dort auch die Lawinengefahr am größten, wie Berni in einer Abfahrt feststellen musste, bei der er ein kleines Schneebrett los trat er sich aber an einem Felsen retten konnte. Somit waren die ganz steilen Sachen erst einmal tabu. Die zwölf Tage draußen vergingen wie im Flug und so bezogen wir wieder Quartier in Longyearbyen. Auch dort fanden wir die Rinnen und Hänge in deutlich besserem Zustand als bei unserer Ankunft und somit hakten wir in den letzten Tagen noch sämtliche Citylines ab, wobei ich meinen Schutzengel noch einmal kräftig strapazierte als mir in einer knapp 50 Grad steilen Rinne die Kante wegrutschte und ich einen Abgang über gut einhundert Höhenmeter felsdurchsetztes Gelände hinlegte. Am letzten Tag unternahmen wir noch eine Tour auf den Hjortfjellet, dem Hausberg des Ortes, und genossen ganz ohne Stress die letzten Turns in dieser Saison.

Die Eindrücke die ich von dort oben mitgenommen habe sind schlichtweg gewaltig und die Run´s die wir hatten ebenfalls. Ich hoffe jedoch, dass die nächste Saison wieder zuhause mein Lines durch den Powder ziehen kann, denn dass es auf dieser Erde auch noch kalt sein kann habe ich jetzt auch gefühlt. Ich hoffe das bleibt so.

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